Beiträge vom August, 2008

I like Willi

Freitag, 29. August 2008 17:08

Seitdem ich den exzellenten Auftritt von Mag. Wilhelm Molterer in der gestrigen ORF-Fernsehkonfrontation via Bildschirm miterleben durfte, und staunend zur Kenntnis nehmen musste, wie ein geistreicher und angriffslustiger VP-Obmann den BZÖ-Alt- und Neuchef Jörg Haider über weite Strecken geradezu vorführte, läuft dieser Meilenstein in der jüngsten Fernsehdebattengeschichte dank ORF-IPTV in Endlosschleife auf meinem Computer. Was für eine hinreißende Performance, was für eine fesselnde Show von Molterer! Diese präzise und doch so bezaubernde Körpersprache, dieser wohldurchdachte Einsatz der Hände, dieses so charmante und gewinnende Lächeln, mit dem er wohl nicht nur die Moderatorin im Studio sondern auch die hunderttausenden Menschen vor den Bildschirmen in Entzückung versetzte. Und nach wie vor echt überrascht bin ich von Molterers rhetorischer Brillanz, mit der es ihm sicherlich spielend gelang, die Zuseherinnen und Zuseher von den zukunftsweisenden Konzepten seiner Volkspartei, insbesondere vom Vorhaben, eine Steuerreform erst im Jahre 2010 durchzuführen, zu überzeugen.

Als alten Fernsehjunkie hat mich Molterers wunderbare Performance an die bestechend authentischen Auftritte des Dr. Günther Ziesel, ehemaliger ORF-Chefredakteur und ORF-Landesintendant der Steiermark, erinnert, vor allem an dessen Moderationen des „Alpen-Donau-Adria“-Magazines, dieser Perle der ORF-Fernsehdokumentation.

Danke, lieber Mag. Wilhelm Molterer! Nur so weiter! Die Menschen dieses Landes werden Dir ewig dankbar sein!

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Wahlhilfe

Mittwoch, 27. August 2008 18:23

Soll zur Armutsbekämpfung in Österreich Vermögen höher besteuert werden?
Sollen straffällige Personen ohne österreichische Staatsbürgerschaft unabhängig von ihrer bisherigen Aufenthaltsdauer abgeschoben werden?
Soll in Österreich die gemeinsame Schule der 10- bis 14-Jährigen (Gesamtschule) eingeführt werden?
Soll Kunst, die gesellschaftlich polarisiert, mit staatlichen Mitteln gefördert werden?

Vier von insgesamt 26 Fragen, die sich auf der Wahlkabine.at finden und die mit Ja/Nein/Keine Angabe beantworten werden können. Zugleich kann man auch angeben, welchen Stellenwert man dem jeweiligen Thema beimisst. In Form eines automatisierten Verfahrens werden sodann die gegebenen Antworten mit den Standpunkten der Parteien (SPÖ, ÖVP, Grüne, FPÖ, BZÖ, LIF, KPÖ) verglichen, wobei auch die Bedeutung des Themas für diese Parteien berücksichtigt wird. Das Ergebnis zeigt somit nicht nur den Grad der Übereinstimmung mit einer Parteilinie, sondern auch die Distanz zu den jeweils anderen.

Ein interessantes Spiel, dessen Detailergebnisse für Überraschung sorgen können. Wer dann noch nicht genug vom politischen Fragespiel hat, kann sich auch den 25 Fragen der Politikkabine.at stellen.

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Walk on by

Freitag, 22. August 2008 14:15


I can’t go to sleep (Wu-Tang Clan featuring Isaak Hayes)

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On the beach

Samstag, 16. August 2008 12:58

… Sonne, Meer, Sand – alles andere ruht …

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Back to the roots

Dienstag, 5. August 2008 18:15

Am 10. Oktober 2007 hat die britische Band Radiohead ihr Album „In Rainbows“ über die eigene Website im MP3-Format zum Download angeboten – die CD kam erst Ende des Jahres in den Handel. Die Musikfreunde konnten selbst entscheiden, ob sie für das Album zahlen wollten oder nicht, und 62% aller Downloader nahmen das Geschenk dankend an. Einzige Bedingung für den Download war die Bekanntgabe einer Email-Adresse. Trotz dieser „legalen“ Downloadmöglichkeit ist „In Rainbows“ an eben diesem 10. Oktober über 400.000 Mal über die P2P-Software BitTorrent gesaugt worden. Drei Wochen später bereits über 2,3 Millionen Mal.

Dennoch hat sich der ungewöhnliche Schritt für die Band bezahlt gemacht: Radiohead verfügt seither über rund 1,2 Millionen Emailadressen, so oft wurde das Album von der Radiohead-Website heruntergeladen, deren Inhaber mit regelmäßigen Band- und Fan-News gefüttert werden, und dank der weltweiten Aufmerksamkeit für den Werbe-Coup war die folgende Konzerttournee restlos ausverkauft. Auch das kurz vor Weihnachten in den Handel gekommene Radiohead-Box-Set fand beachtlichen Absatz.

Zu diesem Befund kommt eine Studie, die im Auftrag der britischen Verwertungsgesellschaft MCPS-PRS vom Marktforschungsunternehmen Big Champagne durchgeführt wurde, und die als vorweggenommener Nekrolog auf die Musikindustrie gelesen werden kann, weil sie exemplarisch aufzeigt, dass die aus der analogen Welt stammenden Geschäftsmodelle der Musikindustrie im digitalen Kontext verschwinden werden. Daher sind auch alle strategischen Überlegungen der Musikindustrie, deren Fortbestand zu sichern – Wenn wir legale Downloadangebote offerieren und gleichzeitig den Strafverfolgungsdruck auf P2P-User erhöhen, dann können wir sowohl die Nutzung von Tauschbörsen eindämmen als auch die legalen Angebote ankurbeln -, zum Scheitern verurteilt.

Frequently, music industry professionals suggest that an increase in legitimate sales must necessarily coincide with a commensurate reduction in piracy, as if this were a fact. Yet, the company Big Champagne has made no such consistent observation in nearly a decade of analysing these data. Rather, it finds that piracy rates follow awareness and interest. In other words, if you do a good job cultivating a legitimate sales story, you must also expect a similar up-tick in grey market activity. The biggest selling albums and songs are nearly always the most widely-pirated, regardless of all the ‚anti-piracy‘ tactics employed by music companies.

Die Digitalisierung kehrt die bisherige Entwicklung im Musikbusiness gewissermaßen um, indem sie die Branche in die Vor-Tonträger-Ära zurück schleudert, in jene Zeit also, in der Musik von den meisten Menschen via Radio gehört werden konnte und die Radiostationen mit Live-Übertragungen von Big Band-Konzerten, für die sie den Musikern Honorare zu bezahlen hatten, ihre Programme bestritten. Das, was heute als Exklusiv-Event von TV- und Radiostationen vermarktet wird, etwa Live-Übertragungen von Opern- und Konzertübertragungen, war damals die Norm. Während des Zweiten Weltkrieges begannen die US-amerikanischen Radiostationen massenhaft Schallplatten zu spielen, sodass die American Federation of Musicans maschinenstürmerisch für einen Boykott der Schallplattenaufnahmen eintrat, befürchtete sie doch, die Musiker würden ihre Jobs verlieren. Die Gewerkschaft verlangte Ausgleichshonorare von den Plattenfirmen und bedrängte Nachtclubs, keine Jukeboxes mehr aufzustellen. Wenngleich die Radiostationen zwei Jahre lang fast nur Schallplatten spielen konnten, die vor dem Boykott gepresst wurden, und die Gewerkschaft mit den Labels eine Abgeltung aushandeln konnte, die Versuche, den ökonomischen und technologischen Fortschritt aufzuhalten, waren nutzlos – wie immer in der Geschichte.

In einer Welt der Tauschbörsen werden Musik-Verkaufsmodelle, egal ob Tonträger oder Download, a la longue obsolet. Wer mit Musik Geld verdienen will, sollte sie einfach verschenken, um Aufmerksamkeit für Live-Konzerte zu generieren.

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64 Cent

Montag, 4. August 2008 16:27

Wer sich über das Urheberrecht ausführlich informieren möchte, sollte unbedingt das ausgezeichnete Dossier zu diesem Thema auf der Website der Bundeszentrale für politische Bildung (vgl. dazu auch hier) besuchen.

Nun ahnte man ja, dass der Urheber bzw. Künstler am Verkauf seiner CD oder am legalen Download seines Albums nicht gerade berauschend verdienen dürfte; dass es aber lediglich 4% vom Kaufpreis sind, also bei einem CD-Kaufpreis von 15,99 Euro gerundete 64 Cent, hätte man dann doch nicht erwartet. Den höchsten Anteil, rund ein Drittel (knappe 5 Euro), streift das Label ein, das dann „im Interesse und zum Wohle der Künstler“ gegen die P2P-Nutzer vorgeht.

Als ich mir die Liste mit jenen Interpreten angesehen habe, die seit 1990 in Österreich die meisten Tonträger verkauft haben, wurde meine Überraschung noch größer, weil ich eigentlich von wesentlich höheren Verkaufszahlen ausgegangen bin. Spitzenreiter ist demnach Herbert Grönemeyer, der für sein Album „Mensch“ 8-fach Platin erhalten hat, das heißt, von der CD sind 160.000 Stück verkauft worden. An zweiter Stelle rangiert die Erste Allgemeine Verunsicherung (EAV) mit ihrer „Geld oder Leben„-CD, die immerhin noch 5-fach Platin (100.000 verkaufte CDs) bekam. Christina Stürmer liegt mit „Freier Fall“ an dritter Stelle. Die Scheibe erhielt 4-fach Platin, folglich sind über 80.000 Stück verkauft worden. Dann folgen einige Interpreten mit knapp 40.000 verkauften CDs. Die meisten Musiker aber, wie etwa Wolfgang Ambros, müssen froh sein, wenn sie von ihren Alben zwischen 10.000 und 20.000 Stück absetzen. Klarerweise haben Super-Acts wie Herbert Grönemeyer eigene Verträge mit den Labels, die ihnen wesentlich mehr Geld garantieren; aber das Gros der Musikschaffenden kann nicht vom CD-Verkaufserlös leben, sondern muss das Geld durch Live-Konzerte und Tourneen verdienen.

Mit dem Urheberecht bzw. mit der Suche nach anderen Vergütungsmöglichkeiten für Künstler und Interpreten im digitalen Kapitalismus wird sich übrigens auch das diesjährige Ars Electronica Festival (4. bis 9. September) in Linz beschäftigen.

Thema: Allgemein, Musik | Kommentare (3) | Autor: