Der Unterschied

Nun wusste man, dass der Antisemitismus in Europa nicht verschwunden ist. Aber was sich gegenwärtig an antisemitischen Demonstrationen und Ausschreitungen abspielt, hätte man nicht für möglich gehalten. Und womit beschäftigen sich die meisten Kommentare in den deutschsprachigen Medien? Mit der so genannten „Verhältnismäßigkeit“ der israelischen Antwort auf die islamistischen Bombenwerfer.

Gäbe es nicht auch noch andere Stimmen, man müsste irre werden. Eine davon gehört dem Journalisten Christian Ortner, der seinen wichtigen Kommentar (Die Presse vom 9. Jänner 2009) mit dem Satz beendet:

Nicht Israels Gegenwehr ist unverhältnismäßig, sondern die Kritik an dieser Gegenwehr ist es.

Passend dazu auch der folgende Cartoon:

israel_palestine_cartoon

Einige Blogs, die einen nicht völlig verzweifeln lassen, habe ich meiner Blogroll hinzugefügt.

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Datum: Mittwoch, 14. Januar 2009 23:39
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Ein Kommentar

  1. 1

    Visualisiert dieser Cartoon (vermutlich unbeabsichtigterweise) nicht viel mehr die – ausgesprochen unschöne – Problematik von Verzweiflung und Ohnmacht des Schwächeren, als jene von „unehrenhafter Täterschaft“?

    Mit anderen Worten: Wessen Existenz scheint wohl die bedrohtere zu sein, wenn man sich ansieht wessen Kinderwagen zwischen den Fronten steht? Man kann jedenfalls von einem ausgehen: freiwillig stellt den da kein Mensch hin.

    Und mit fremden Worten: „Es gibt keinen Weg zum Frieden, denn Frieden ist der Weg.“ – Insofern kann die Kritik an konfliktbezogener „Gegenwehr“ – ganz gleich von welcher Seite sie ausgeübt(!) wird – nur die richtige sein.

    Dieses Thema mit der Problematik des Antisemitismus zu verknüpfen ist analytisch alles andere als sauber.

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