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Eine neue „Hepburn“?

Dienstag, 11. November 2008 22:11

Im Jahre 2001 wollte die Deutsche Post AG eine Briefmarke mit dem Bildnis der Hollywood-Legende Audrey Hepburn herausgeben. Die Sondermarke war gedruckt, doch kurz vor Ausgabe der Marke verweigerte Hepburns Sohn seine Zustimmung: Das Motiv der Marke, ein Bildnis der Schauspiel-Ikone mit Zigarettenspitze aus „Breakfast at Tiffany’s, befand der Sohnemann für nicht geeignet. Die Veröffentlichung musste gestoppt und die Auflage vernichtet werden. Freilich, welch große Überraschung, nicht die gesamte Auflage: In den Folgejahren sind vier Exemplare aufgetaucht. Damit ist die „Hepburn„-Marke noch seltener als die Blaue Mauritius, und sie gilt als die wertvollste Briefmarke der modernen Philatelie. Auf der „Wiener Internationalen Postwertzeichen Ausstellung“ (WIPA 2008) konnte vor Kurzem eine „Hepburn„-Marke besichtigt werden, die bei einer Briefmarkenauktion den stolzen Preis von 135.000 Euro erzielt hatte.

Möglicherweise ist auf der WIPA auch eine österreichische Variante der „Hepburn„-Marke entstanden. Schuld trägt auch in diesem Fall eine Postverwaltung, und zwar die Österreichische Post. Auch wenn das Unternehmen auf Grund des kolportierten Strategiepapiers, in dem die Schließung von einigen hundert Postämtern und sonstige Unsinnigkeiten angedacht werden, zur Zeit ausschließlich für Negativschlagzeilen sorgt, sollte nicht vergessen werden, dass die Österreichische Post in den letzten Jahren vor allem in der Unternehmenssparte „Briefmarken und Philatelie“ für Furore sorgt, und zwar weltweit mit einzigartigen Produktinnovationen, etwa kleinen Kristallen auf Sondermarken, und mit der Idee, personalisierte Briefmarken zu produzieren („Meine Marke„), konnte sie ein höchst profitables neues Geschäftsmodell etablieren.

Auf der WIPA hat die Post wieder eine Weltneuheit präsentiert: In Zusammenarbeit mit der Österreichischen Staatsdruckerei und der Firma Xerox wurde die selbstklebende personalisierte Marke vorgestellt. Ausstellungsbesucher konnten Marken zum Nennwert von 55 oder 65 Cent vor Ort produziert lassen und sofort mitnehmen – in einer Auflage von maximal 100 Stück, zu 20 Stück je Bogen. Da es sich um einen Pilotversuch handelte, der bis zum 10. Oktober befristet war, dürften nicht allzu viele von diesen selbstklebenden Marken produziert worden sein. Wie viele Briefmarkensammler sich mit ihrem Konterfei auf einer dieser selbstklebenden Marken verewigt sehen wollten, weiß wohl nur die Post selbst und dies dürfte, Weltneuheit hin oder her, wohl auch nur für ein paar Spezialsammler von Belang sein.

Bis auf eine Ausnahme: Die selbstklebende Marke, die ein auf der WIPA gemachtes Foto des legendären Hollywood-Stars hier), hat sich auch eine selbstklebende Marke in der Auflage von 100 Stück anfertigen lassen. Da wir doch annehmen dürfen, dass nicht im Nachhinein weitere „Schell-Marken“ fabriziert worden sind, werden von dieser wohl nur ganz wenige Stück in den Umlauf gelangen, hat doch Maximilian Schell die gesamte Auflage mitgenommen. Wie auch immer, ein Exemplar hat er einem guten Freund von mir geschenkt, der mir erlaubt hat, dieses kostbare Stück gewissermaßen weltexklusiv hier der Öffentlichkeit vorzustellen. Sollte hier eine neue „Hepburn“ zu sehen sein?

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Hollywoods hand

Sonntag, 21. September 2008 8:04


Maximilian und Franz

Es kommt nicht alle Tage vor, dass ich einem Oscar-Preisträger und Hollywoodstar die Hand schütteln kann, aber da Franz mit Maximilian Schell seit Jahren mehr oder weniger dicke ist und ich wiederum mit Franz, bin jetzt auch ich mit Maximilian dicke. Hätte ich mir gestern noch nicht gedacht. However, der weltberühmte Schauspieler kam eigens nach Wien zur WIPA 2008 ins Austria Center. Für Nichteingeweihte: WIPA steht für Wiener Internationale Postwertzeichen Ausstellung. Für alle Philatelisten, also für jene Spezies Mensch, die gemeinhin als Briefmarkensammler bezeichnet wird, ein absolutes Highlight, und weil die Österreichische Post Maximilian Schell eigens eine Marke gewidmet hat, schaute der Star himself für ein Interview und eine Autogrammstunde vorbei.

Der mittlerweile 77-jährige Schell ist ein begnadeter Geschichtenerzähler, der obendrein über die rare Gabe verfügt, prominente Kollegen hinreißend zu imitieren. Das Interview mit dem tranigen Krone-Journalisten Georg Markus hat er, wie man so sagt, geschmissen, indem er dessen hintergründige Fragen ignorierte und stattdessen amüsante Anekdoten und Schnurren aus seiner langen Karriere zum Besten gab. So erzählte er u.a., dass ihm eigentlich Marlon Brando, mit dem er sich im Zuge der Dreharbeiten zu „Die jungen Löwen“ anfreundete, die englische Sprache beibrachte. Im Gymnasium musste er auf Anraten des Vaters Griechisch wählen, war dieser doch felsenfest davon überzeugt, die Sprache Homers könne man im späteren Leben immer brauchen; Englisch hingegen sei nur nützlich, um Shakespeare im Original zu lesen, was zwar auch nicht schlecht sei, aber als Argument viel zu schwach, um auf das Erlernen des Griechischen zu verzichten. Deshalb hatte Schell in Hollywood seine Rollen zunächst phonetisch zu erarbeiten, ehe er mit Hilfe von Brando die englische Sprache sich aneignen konnte.

Maximilian Schell ist mir vor allem in der Rolle des Strafverteidigers der Nazirichter in Erinnerung (Das Urteil von Nürberg von Stanley The Message Kramer), für die er 1962 den Oscar in der Kategorie Bester Hauptdarsteller bekam, aber auch als Regisseur der Dokumentarfilmportraits über die große Marlene Dietrich (Marlene) und Maria Schell (Meine Schwester Maria).

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