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Politclowns

Mittwoch, 16. Dezember 2009 18:25

Die Politclowns vom Wörtersee grinsen dreist in Fernsehkameras, faseln was von „Kampagnen gegen Kärnten“ und brüsten sich ihres „monetären Abwehrkampfs gegen Wien„, sofern sie nicht gerade Euro-Scheine eigenhändig verteilen oder Resolutionen verabschieden, in denen sie die Bundesregierung auffordern, die „permanente Kärnten-feindliche Berichterstattung des ORF zu beenden“ (vgl. Hier).

Fakt ist, dass Kärnten wirtschaftlich am Ende ist. Fakt ist weiters, dass für den Fall, man hätte die Hypo-Alpe-Adria-Group in den Konkurs gejagt, die Haftung des Landes von über 18 Milliarden EURO, die das verblichene Landesoberschlitzohr und seine Koffer- und sonstigen Zuträger für die Bank übernommen haben, schlagend geworden wäre, eine Haftung, die das Kärntner-Jahresbudget um das neunfache übersteigt. Dass der amtierende Landeshauptmann in einer Pressekonferenz sich deppert stellen kann (ihm sei dieses „Missverhältnis nicht aufgefallen“ vgl. Hier), kann ihm nicht weiter zur Last gelegt werden, seitdem ihm in Form eines Vorhabensberichtes des Justizministeriums mehr oder weniger bescheinigt wurde, er sei zu blöd, um zu wissen, was er tat – nämlich die Ortstafeln zu verrücken.

Nach den nächtelangen Verhandlungen, die der ORF als „Nacht der langen Messer“ bezeichnet hat, steht nun fest, dass die bisherigen Eigentümer, die Bayerische Landesbank 825 Millionen Euro, das Land Kärnten 200 Millionen und die Grazer Wechselseitige Versicherung 30 Millionen Euro aufbringen müssen und der Bund 450 Millionen. Darüber hinaus müssen noch weitere Milliarden aufgebracht werden, um die Liquidität der HYPO aufzustocken: Von den Bayern sollen weitere drei Milliarden Euro, vom Land Kärnten zusätzliche 227 Millionen Euro und von der Grazer Wechselseitigen nochmals 100 Millionen Euro aufgebrachte werden. Nicht zu vergessen, die 500 Millionen Euro, die der HYPO von heimischen Großbanken zur Verfügung gestellt werden. Kein Lercherlschas also!

Und die Kärntner Politclowns, deren Jenseitigkeit sich täglich aufs Neue beweist („wir sind nicht so neger wie man glaubt das schreiben zu müssen“ vgl. Hier), machen weiter wie bisher:

Das Jugendstartgeld kommt! Ab 1.1.2010 werden wir mit dieser in Österreich einzigartigen Unterstützungsmaßnahme zur Stärkung der Eigenständigkeit der Kärntner Jugend starten. Bei allen Spargedanken sehe ich das als notwendige Vorleistung in die Zukunft unseres Landes. (…) Das Jugendstartgeld umfasst maximal 1.000 Euro, wobei für Führerschein, Wohnraum oder Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen je 50 Prozent des Rechnungsbetrages rückerstattet werden. Damit fördern wir 3 Bereiche: Erstens die Jugend, der ein Anreiz gegeben werden soll, auch weiterhin in Kärnten zu leben und zu lernen. Zweitens die Familien, da wir eine Entlastung der elterlichen Ausgaben herbeiführen. Und drittens die Wirtschaft, weil wir die Wertschöpfung in Kärnten behalten, indem wir nur Leistungen von Kärntner Unternehmen refundieren.“(Website des BZÖ-Kärnten)

Die Kohle gibt’s dann wieder bar aufs Handerl, finanziert aus den Mitteln des „Zukunftsfonds„, also aus jenem Füllhorn, das nach dem Verkauf der HYPO-Anteile an die Bayern eingerichtet wurde und den der Bund fahrlässigerweise jetzt nicht sofort abgeräumt hat.

Hoffen kann man also nur auf den deutschen Rechtsstaat. Sollte der Staatsanwaltschaft München, die mittlerweile die Ermittlungen aufgenommen hat, der Nachweis gelingen, dass z. b. beim Verkauf der HYPO an die Bayrische Landesbank wissentlich mehr Geld geflossen ist, dann könnte es selbst für die Kärntner-Oberschlauen eng werden.

P.S.:
Soeben lese ich, dass die Politclowns bei der Strache-Partie unterkommen. So ganz kapier‘ ich das nicht …

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Zero Mostel

Mittwoch, 12. August 2009 17:58

zero_mostelFrühling für Hitler“ beim Kino am Dach der Hauptbibliothek. Diesen Streifen von Mel Brooks wollte ich sehen, seitdem mir C. so vorgeschwärmt hatte, dass ich mich vor Lachen kaum mehr halten konnte.
Um 20 Uhr begann es leicht zu regnen, sodass ich mich entschloss, mit dem Auto zur Bibliothek am Gürtel zu fahren. Kaum war ich am Urban-Loritz-Platz angekommen, hat sich wieder einmal eines dieser Shit-Gewitter entladen, von denen die Stadt im heurigen Sommer schon mehrfach geprügelt wurde. Als der Weltuntergang endlich vorbei war, kurvte ich durch die Seenlandschaft nach Hause. Ich beschloss, mir den Film aus dem Netz zu besorgen.

Nachdem ich dieses Meisterwerk in der Originalfassung endlich gesehen habe, kann ich nur allen, die „The Producers„, so der Originaltitel, mit Zero Mostel und Gene Wilder, noch nicht kennen, dringend empfehlen: Besorgt euch den Film, ihr werdet es mit Sicherheit nicht bereuen.

Ohne die großartigen darstellerischen Leistungen der anderen Mitwirkenden (Gene Wilder erhielt 1968 eine Oscar-Nominierung in der Kategorie Bester Nebendarsteller) schmälern zu wollen: Dieser Streifen wird neben seinem köstlichen Plot (Mel Brooks erhielt 1968 den Oscar für das Beste Originaldrehbuch) vor allem von Zero Mostel getragen. Mostel wurde für seine grenzgeniale Darstellung des Broadway-Produzenten Max Bialystock im Jahre 1969 mit einer Golden Globe Nominierung als Bester Hauptdarsteller (Komödie/Musical) bedacht.

Zero Mostel kannte ich aus zwei Filmen, die sich beide mit der McCarthy-Ära der 1950-er Jahre beschäftigen und, wie ich jetzt feststellte, auch im selben Jahr, nämlich 1976, produziert wurden. In Martin Ritts Spielfilm „The Front“ („Der Strohmann„) spielt Woody Allen einen Drehbuchautor, der Autoren, die auf der „Schwarzen Liste“ des „House Commitee on Unamerican Activities“ (HUAC) gelandet sind, seinen Namen leiht, damit sie das gegen sie verhängte Berufsverbot umgehen können. Zero Mostel gibt darin einen Komiker, der die gegen ihn gerichtete Hetze nicht mehr erträgt und Selbstmord begeht. Viele der Miwirkenden des Films, insbesondere Martin Ritt, Drehbuchautor Walter Bernstein und Zero Mostel, waren selbst Opfer der antikommunistischen Hetze geworden. Mostel wurde 1955 vor den Ausschuss zitiert, wo er sich auf den fünften Verfassungszusatz (Aussageverweigerungsrecht) berufen hat. Dadurch kam er automatisch auf die „Schwarze Liste„, wodurch er wiederum jahrelang keine Chance auf einen Job im Filmbusiness hatte.

Das Vorgehen McCarthys gegen Hollywood thematisiert der andere Film, in dem Mostel auftaucht: „Hollywood on Trial„, ein Dokumentarfilm von David Helpern, zeigt Ausschnitte aus den Verhören von Bertolt Brecht, Dalton Trumbo oder dem McCarthy-Freund Walt Disney sowie Interviews, die der Regisseur unter anderen mit Otto Preminger und eben auch Zero Mostel geführt hat.

Zero Mostel stand neben vielen anderen Film- und Fernsehschaffenden auf der „Schwarzen Liste„, die bis in die 1960-er Jahre nachwirkte. Wohl auch bis ins Jahr 1968; wie sonst soll ich mir erklären, dass Mostel von der Oscar-Jury des Jahres 1968 nicht für einen Oscar in der Kategorie Bester männlicher Hauptdarsteller nominiert worden war? …

Thema: Film, Geschichte, Politik | Kommentare (0) | Autor:

Polt kommt!

Samstag, 31. Januar 2009 13:18

Das unpackbare „Longline“ zur Einstimmung auf den Besuch des Autors, Kabarettisten und Filmemachers Gerhard Polt in Wien (heute und morgen im Burgtheater, und montags in der Ottakringer Brauerei).
Und hier noch ein Interview, das Denis Scheck anlässlich des Erscheinens des Buchs „Drecksbagage“ mit dem großen Polt geführt hat.

Wenn schon resignieren, dann vital: Man geht ins Wirtshaus, trinkt a guats Bier und isst a guats Schnitzel.

Thema: Allgemein, Film, Literatur, Politik | Kommentare (0) | Autor:

Hohe Warte

Donnerstag, 4. Dezember 2008 21:46

Ein Gustostückerl aus Willkommen Österreich von letzter Woche: Hermes zu Besuch in der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodyamik („Hohe Warte„), und der „einschlägige Anruf“ mit dem abschließenden „ich bitte das, an die Hohe Warte weiterzugeben„.

Thema: Film | Kommentare (0) | Autor:

Die 4da

Dienstag, 12. Februar 2008 23:31

Zur Fortsetzung der Kabarettsendung „Die 4 da“ im ORF zwei grandiose Kommentare zur politischen Lage Österreichs für all jene, die sie noch nicht gesehen haben.

Thema: Allgemein, Film | Kommentare (0) | Autor: