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ES muss raus …

Freitag, 6. April 2012 22:26

Immer wieder taucht ein Deutscher (oder Österreicher) auf, der glaubt, sagen zu müssen, „was gesagt werden muss„, um im selben Atemzug darüber Klage zu führen, nie sagen zu können, „was gesagt werden muss„. Kostümiert als Dichter, zeitgleich in mehreren internationalen Tageszeitungen, oder in Form von Erklärungen oder im Schutz der Anonymität als Poster, sagen sie, „was gesagt werden muss“ nicht über Pakistan, Saudi Arabien, Iran, Afghanistan, Somalia etc., nein: Sie sagen, „was gesagt werden muss„, immer über Israel, immer über den Staat der Juden, „in dem seit Jahren – wenn auch geheimgehalten – ein wachsend nukleares Potential verfügbar aber außer Kontrolle, weil keiner Prüfung zugänglich ist„. Sie sagen, „was gesagt werden muss„, immer „dem Land Israel, dem ich verbunden bin und bleiben will„, und sie sagen das, „was gesagt werden muss„, weil „die Atommacht Israel den ohnehin brüchigen Weltfrieden gefährdet durch das behauptete Recht auf den Erstschlag, der das von einem Maulhelden unterjochte und zum organisierten Jubel gelenkte iranische Volk auslöschen könnte, weil in dessen Machtbereich der Bau einer Atombombe vermutet wird„.

Wenn sie dann das gesagt haben, von dem sie meinen, dass es „gesagt werden muss„, und die veröffentlichte Meinung nahezu geschlossen das, „was gesagt werden muss„, als das benennt, was es ist, nämlich: Bullshit, dann wollen sie darin eine Medienkampagne erkennen und fühlen sich in ihrer Meinungsäußerungsfreiheit bedroht!

Die Obsession, mit Israel sich befassen zu müssen, teilt der Literaturnobelpreisträger mit Antisemiten aller Lager. Aber seine in Verse gekleidete perfide Unterstellung, Israel wolle das iranische Volk mittels eines (atomaren) Erstschlags „auslöschen„, sollte – abgesehen von der obszönen Verdrehung von Ursache und Wirkung – wohl auch als Versuch gelesen werden, aus der eigenen Verstrickung in die Menschheitsverbrechen herauszukommen. Es lässt sich besser leben, wenn die Opfer der Nazis selbst zu Nazis gemacht werden.

Henryk M. Broder, der vor rund 15 Jahren in seinem Buch „Der ewige Antisemit – Über Sinn und Funktion eines beständigen Gefühls“ den Antisemitismus vor allem innerhalb der Linken in all seinen Schattierungen offengelegt hat, beendete seine, unter der Überschrift „Günter Grass – Nicht ganz dicht, aber ein Dichter“ in der Tageszeitung Die Welt veröffentlichte Entgegnung auf das Grass’sche „Was gesagt werden muss“ mit folgenden Zeilen:

Die Deutschen werden den Juden nie verzeihen, was sie ihnen angetan haben. Damit im Nahen Osten endlich Frieden einkehrt und auch Günter Grass seinen Seelenfrieden findet, soll Israel „Geschichte werden“. So sagt es der iranische Präsident, und davon träumt auch der Dichter beim Häuten der Zwiebel.“

Dem ist nichts mehr hinzuzufügen.

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Iran

Mittwoch, 17. Juni 2009 14:51

iran_cartoon

© Cartoon-Caricature-Contors, Pfaffenhofen

Gestern hat Euro-News den faschistischen iranischen Mullahstaat in zweieinhalb Minuten erklärt. Dafür waren keine Live-Berichte von Journalisten notwendig, die in Teheran in abgeriegelten Hotels abhängen, um zu berichten, dass sie eh nichts zu berichten haben. Keine Nahost– und sonstigen Islamexperten, die davon quatschen, dass es für „Obama“ und „Israel“ ohnehin besser sei, wenn der völlig Durchgeknallte weiterhin im Amt bleibe (hier mehr dazu). Kurz: Kein Schwachsinn, sondern Facts and Figures über das „politische Perpetuum Mobile“ des Mullahregimes.
Hier das Kurzvideo (startet von alleine, kurz nach dem Werbespot).

Und hier geht’s zur Website von Stop the Bomb.

Thema: Allgemein, Politik | Kommentare (0) | Autor:

Stop the bomb

Freitag, 28. März 2008 15:06

Am 3. und 4. Mai findet auf dem Campus der Universität Wien (Altes AKH, Hof 2, Hörsaal C1) eine internationale Konferenz statt, die sich mit dem iranischen Atomprogramm beschäftigen wird. Organisiert wird die Veranstaltung von STOP THE BOMB – Bündnis gegen das iranische Vernichtungsprogramm.

Infos und Programm finden sich auf der Website.

Thema: Allgemein, Politik | Kommentare (0) | Autor:

Moral ist ganz einfach

Dienstag, 19. Februar 2008 16:17

Ein wunderbarer Nachtragskommentar zur Reise des Berliner Ensembles nach Teheran (hier), der im Tagesspiegel erschienen ist, beschäftigt sich mit dem politischen Engagement von Künstlern. Der Autor nimmt eine präzise Trennung vor zwischen dem gut Gemeintem und dem Gutem, das mit Ersterem nichts gemein hat, und verdeutlicht überdies exemplarisch, wie leicht es im Grunde ist, auch in der Aufmerksamkeitsökonomie die richtige Seite zu finden:

Künstler sind auch nur Menschen, vielleicht mit einem Unterschied: Sie sind leichter erregbar. Deshalb irren sie manchmal kräftiger. Nichts Unmenschliches ist einigen von ihnen fremd. Der Iran ist eine Diktatur, dessen Präsident ein Antisemit, er strebt nach Atomwaffen, will Israel vernichten, unterstützt diverse Terrororganisationen. Kein Mensch, der noch, buchstäblich, bei Trost ist, kann dieses Regime unterstützen. Dort werden Frauen, die vor ihrer Hinrichtung unberührt sind, vergewaltigt, aus Angst, sie kämen andernfalls als Jungfrauen ins Paradies. „Wer die Wahrheit nicht weiß, ist bloß ein Dummkopf“, heißt es bei Bertolt Brecht. „Aber wer sie weiß und sie eine Lüge nennt, der ist ein Verbrecher!

Wohltuend, derart klare Worte zu lesen!

Thema: Allgemein, Literatur, Politik | Kommentare (0) | Autor:

Mutter Courage im Ahmadinedjad-Land

Samstag, 9. Februar 2008 18:02

Seit 1983 findet jedes Jahr das zehntägige Fadjr-Theaterfestival in Teheran statt, eines der größten Theaterevents im islamischen Raum, dass zu Ehren des Führers der islamischen Revolution Ajatollah Ruhollah Chomeini gegründet wurde. Da auf diesem Festival, das heuer vom 6. bis zum 16. Februar ablaufen wird, seit Jahren neben iranischen Produktionen auch internationale zu sehen sind, überrascht es nicht, wenn auch in diesem Jahr Theatergruppen und Ensembles aus Russland, Polen, Frankreich, Armenien, der Schweiz und aus Deutschland nach Teheran reisen. So auch Klaus Peymann und sein Berliner Ensemble (BE). Sie werden mit dem Bert Brecht Stück Mutter Courage und ihre Kinder vom 12. bis 14. Februar in der iranischen Hauptstadt gastieren, während zur gleichen Zeit die Bühnenfassung von Anne Franks Tagebuch auf dem Spielplan des BE in Berlin steht. In der Presseerklärung von Peymann „zum wichtigsten Gastspiel“ seiner Direktion, wie er betont, findet sich folgende Begründung für den Trip nach Teheran: „In einem vom Krieg bedrohten Land ein Anti-Kriegsstück wie die MUTTER COURAGE von Brecht zu spielen, hat eine besondere Bedeutung„.

Ich denke, wer die Reise in ein islamfaschistisches Land, dass nicht vom Krieg bedroht ist, sondern längst Krieg führt, „sowohl nach innen gegen die eigene Bevölkerung als auch nach außen durch die Unterstützung von Terrorbanden wie Hamas und Hisbollah„, wie es in einer Presseerklärung des Komitees gegen deutsche Kultur im Iran und anderswo völlig zu Recht heißt, mit der bewussten Verdrehung politischer Realitäten zu legitimieren versucht, verschwindet damit von selbst als ernstzunehmende Stimme aus der zivilisierten Debatte.

Vielleicht ist es aber ganz anders, träume ich, vielleicht ist es die Brecht’sche List, die Peymann antreibt, weil er natürlich auch weiß, dass es klüger ist, ein Anti-Kriegsstück nicht in dem vom Krieg bedrohten Land zu spielen, sondern in jenem Land, das den Krieg vorbereitet. Freilich, würde er das so sagen, bräuchte er gar nicht aus Berlin abreisen – die Mullahs würden ihn nie reinlassen. Daher diese Verdrehung der Fakten, dieser Kunstgriff, erfunden, um die iranischen Zensoren hinters Licht zu führen. Erst diese List ermöglicht es Peymann, das „neugierige, intelligente, großstädtische Publikum“ (Peymann in der Presseerklärung) in Teheran mit dem Anti-Kriegsstück zu konfrontieren.

Hier steht, warum dieser Traum blödsinnig ist, und hier, was man sonst noch tun sollte.

Thema: Allgemein, Literatur, Politik | Kommentare (1) | Autor: