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Lama-Soli

Mittwoch, 23. Juli 2008 0:07

In wenigen Wochen beginnen in Peking die Olympischen Spiele. Neben sportlichen Höchstleistungen, Talk-Shows zum Thema „Doping“ und „Umweltverschmutzung in China„, werden das auch hektische Tage für alle Tibetbewegten und Esoterikfreaks. Falls Sportler und Sportfunktionären die Hände hoch halten sollten, braucht man sich nicht sorgen, dass sie verhaftet werden. Sie signalisieren nur ihre Solidarität mit Tibet und dem Dalai Lama (alias Tenzin Gyatso) mit dem Free Tibet Zeichen:

Einfach beide Hände hoch halten. Daumen der rechten Hand einklappen. Das steht für die vier Buchstaben FREE. Die fünf Finger der anderen Hand stehen für TIBET

Darauf muss man erst einmal kommen!

Klarerweise kommt auch eine CD mit „Songs for Tibet“ auf den Markt, auf der sich Songs u.a. von Alanis Morissette, Moby, Dave Matthews, Suzanne Vega und Sting finden werden. Wo ist Bono?

Ehe man sich ein „Free Tibet“ T-Shirt überstreift, selbstredend aus „Biobaumwolle und fairer Produktion, garantiert ohne Kinderarbeit hergestellt„, das hier kostenlos bezogen werden kann, sollte man sich aber einen Bericht der Panorama Redaktion der ARD aus dem Jahre 1997 ansehen, um etwas mehr über die tibetanische Kultur in Erfahrung zu bringen.

Thema: Geschichte, Musik, Politik | Kommentare (0) | Autor:

Fernsehen als Energieaustausch

Montag, 19. Mai 2008 22:40

Bekanntlich wird die Rundfunkübertragung in Österreich gegenwärtig digitalisiert. Da die meisten Haushalte, die Rundfunkprogramme bisher ausschließlich über Hausantenne empfangen konnten, und damit im Prinzip nur ORF1 und ORF2, in ihrer großen Mehrheit gleich auf einen digitalen Satellitenempfänger umstiegen und nicht auf digitalen Antennenempfang, können mittlerweile über 92% aller österreichischen Haushalte entweder rund 40 Programme, via Kabel, oder, sofern sie über eine Satellitenschüssel verfügen, 100 Programme und mehr empfangen. Nur als Vergleichszahl: Seit Beginn der Umstellung auf digitale Rundfunkübertragung stieg die Zahl der Haushalte mit digitalen Satellitenempfang von 26% auf 38% – übrigens ein wesentlicher Grund dafür, dass der ORF an Reichweiten und Marktanteilen verloren hat (von 49% im Jahr 2006 auf rund 43% Anfang 2008).

Angesichts dieser Empfangssituation bekommen also über 90% aller Haushalte nicht nur die bekannten frei empfangbaren Programme der öffentlich-rechtlichen und der privaten Rundfunkveranstalter sondern überdies zig weitere Spartenkanäle, Pay-TV-Angebote (verschlüsselt ausgestrahlt, gegen Zusatzgebühr sehbar) und Teleshopping-Kanäle.

Ein besonders bizarres Programm gestaltet der Fernsehkanal TELEMEDIAL, der auf Basis einer österreichischen Satellitenlizenz aus dem deutschen Ludwigsburg ein „Esoterik-Programm“ („Wir sind der erste spirituelle Sender Europas“) von 21.00 Uhr bis 06.00 Uhr auf dem Programmplatz abstrahlt, der bis 21.00 Uhr dem Kinderkanal KiKa vorbehalten ist. TELEMEDIAL, überdies in Kabelnetze eingespeist und auch im Internet präsent, wird vom TV-Geschäftsmann Thomas Hornauer betreiben, der die Möglichkeiten des kommerziellen Fernsehens seit Jahren bestens ausschöpft, vor allem, weil er offenbar genug Freaks findet, die bereit sind, die durch das Zusehen gewonnene Energie auszugleichen – in Form der Anwahl von eingeblendeten Telefonnummern, wobei ein Anruf 10 Euro pro Minute kostet bzw. durch Geldtransaktionen auf eingeblendete Kontonummern. Telefonische „Lebensberatung“ und diverse „Gesundheitstipps“ dargeboten von Kartenlegern, Astrologen und anderen Spinnern kosten eben.

Der vife Hornauer bekommt jetzt aber Probleme mit der für die Programmaufsicht zuständigen Kommunikationsbehörde Austria (KommAustria), die dem Sender vor Kurzem eine „Rüge“ erteilt hat. Anlass war eine Sendung aus dem Jahr 2007, in der ein gewisser Walter von Berg den Eindruck erweckt haben soll, dass eine telefonische Beratung und Behandlung mithilfe von „Engelenergien“ eine ärztliche Behandlung ersetzen könne. Die KommAustria sieht darin „Verhaltensweisen gefördert, die die Gesundheit gefährden“.

Als Reaktion auf die negative Berichterstattung über das Programm des Senders hat UPC-Telekabel Wien vor Kurzem TELEMEDIAL aus seinem Programm-Bouquet genommen. Wer wissen möchte, wie irre Hornauer und sein Buben und Mädeln sind, der schaue sich Sendungsausschnitte an, die auf Youtube zu finden sind. Hier exemplarisch der folgende Sendemitschnitt, aber: Vorsicht, anschnallen, damit man nicht vor Lachen aus dem Sessel kippt:

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